Peking, Kilometer 9600

Schier endlos erscheint die Einfahrt nach Peking, vorbei an kleinen, alten Holzhütten, die aneinandergedrängt in winzigen schmuddeligen Gäßchen stehen, vorbei an cybermodernen Hochhauskomplexen aus Spiegelglas und Stahl. Gegensätze, wie sie gravierender nicht sein können. Willkommen in China!
Zusammen mir Erik und Tracey haben wir Peking Ente am Abend, und noch ein paar Drinks. Zu Fuss unterwegs in dieser Nacht gewinnen wir erste Eindrücke vom quirligen Leben in der 14 Mio. Menschen Metropole. Die Massen von Fußgängern, Radfahrern & nicht zuletzt Autos, die sich über die breiten Chausseen & durch die schmalen Gassen zwängen, nahezu reibungslos. Funktionierendes Chaos. Das leuchtende Rot der typisch chinesischen Laternen, gemischt mit Neoreklamen, Lärm & undefinierbaren Gerüchen. Eine andere Welt, das steht fest! Am nächsten Tag dann Stadtbummel in Richtung Tjanmen, Platz des Himmlischen Friedens. Das Wetter ist miserabel, es regnet, schneit & stürmt bei etwa 0°C. Wir schlittern über den platz, dann zur Verbotenen Stadt, wo uns Mao's Bildnis am Eingang begrüßt. 5 Euro Eintritt und wir sind drinnen, im dem riesigen Areal von Tempeln, Schreinen, Wohnhäusern & Gärtchen. Aufgrund der miserablen Wetterlage halten wir uns allerdings fast eine Stunde in dem beheizten Ausstellungsraum chinesischer Maler auf, in freundlichem Chat über dies und jenes.
In den darauffolgenden Tagen erkunden wir weitere Sehenswürdigkeiten Pekings, wie den Himmelstempel und versuchen unser Weiterkommen zu organisieren. Es ist kurz vor dem Chinesischen Neujahr, wo Preise explodieren und Transport aufgrund der Unmengen reisender Chinesen zum echten Problem wird. Schließlich müssen wir ein Flugzeug nach Guilin, nördlich von Hongkong nehmen. Hier rächt sich nun unsere mangelnde Reisevorbereitung tüchtig . Nichtsdestotrotz, ein gemeinsamer Ausflug mit Erik und Tracey an die Chinesische Mauer bei Badaling mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bruchteil der regulären "Ausflugskosten" war super, wenn auch etwas mühsamer. Die beiden, bewaffnet mit der Lonely Planet - Reisebibel für China waren wohl besser ausgestattet als wir mit dem First Class Reiseführer von Baedecker. Sibirische Kälte hier oben in den Bergen nun, und ein Wind, der mir das Lächeln & den Rotz auf dem Gesicht gefrieren lies =)
Kleiner Tipp, es gibt neben all den bekannten Mac Fast Food Speisen sehr leckere & preiswerte Pelmenirestaurantketten, die leckere & preiswerte Alternative zum Hotelessen. Und nehmt um Gottes Willen immer eine Visitenkarte des Hotels mit, da die chinesischen Taxifahrer einfach nicht verstehen, was Ihr denen sagt. Das richtige Chinesisch hört sich einfach ganz anders an als was in unserer Schrift geschrieben steht. Taxis fahren ist relativ preiswert, zugegebenermaßen - drauf achten, dass das Taximeter eingeschaltet wird beim Einsteigen!