Thailand

Thailand empfängt uns mit einem modernen Hotel auf der Thai - Seite des Mekong an der "Friendship" Brücke und Tuktuk Fahrern (Dreirädrige Taxis), die uns um jeden Preis (!!) befördern wollen. Aufgepasst, das sind oft Gauner! Wir haben ein feuriges Essen auf dem Markt bevor wir mit dem VIP Linienbus mit Klimaanlage von der Grenze runter nach Bangkok fahren. Wir frieren im Bus und schwitzen draußen. Relativ glatt asphaltierte Strassen in einer relativ flachen Gegend, viele kleine Geschäfte und schmutzig wirkende Steinhäuser säumen die Strassen. Selten noch sehen wir die traditionellen Holzhütten. Dafür gibt es überall Neonlichter in der Dunkelheit. Die Strasse lebt.
Nach Mitternacht kommen wir in Bangkok an und finden ein Taxi zur Kaosan Road, wo sich die angeblich günstigsten Rucksacktouristengebiete befinden. Kaosan empfängt uns mit dichtem Gedränge, dem Lärm eines Vergnügungsviertels und eben ohne preiswerte Schlafplätze. Fast alles ist belegt oder überteuert für die schmuddeligen Schlafplätze. Nach einigem Suchen werden wir fündig und steigen im Green House in einer Nachbarstrasse der Kaosan Rd. ab.
Kron Thip - Stadt der Engel - so heißt es auf Thailändisch. Wir beginnen, uns die Stadt etwas näher anzusehen. Eine Wanderung zum Königlichen Palast, dann weiter zum Pier Banglamphu, wo wir uns für eine Bootstour in den Longtail Booten entscheiden. Das sind schlanke, lange Boote mit riesigen Dieselmaschinen , die beweglich auf dem Heck montiert sind und vom Bootsführer mithilfe einer Stange zum Richtungswechsel geschwenkt, gehoben und gesenkt werden können. Etwas laut sind sie vielleicht... =)
Romantisch ist es, durch die Kanäle Bangkoks zu schippern, vorbei an den kleinen Hütten direkt am Wasser, wo die Kinder baden und Muttis die Wäsche waschen. Dahinter die Wolkenkratzer der selben Stadt. Stillere, abgelegenere Winkel im Netz der Kanäle und Flüsschen, wo man sich weit außerhalb der großen Stadt glaubt, wo sich noch sehr schöne Gärten um die hier auch etwas besseren Häuser befinden. Einstmals wurde Bangkok als das „Venedig Asiens“ bezeichnet. In diesen Momanten spürt man die einzigartige Schönheit!
Wir schaffen den „Schwimmenden Markt“ leider nicht mehr, aber dafür besichtigen wir den Wat Arun, den filigran mit bunten Keramikscherben verzierten Tempel des Morgendämmerung. Ein Meisterwerk, mit welcher Sorgfalt all die Keramikstücken eingesetzt wurden, Bilder – Götter, Blumen, und Menschen darstellend. Teils plastisch. Phantastisch. Zum Abendbrot sitzen wir an der gegenüberliegenden Seite des Flusses, sehen die Sonne hinter dem Wat Arun versinken und später selbiges im Scheinwerferlicht erstrahlen.



Park unweit des Kaiserlichen Palastes


Der Kaiserpalast, welchen wir uns für den nächsten Tag vorgenommen haben, ist eigentlich ein riesiger Komplex aus Tempeln, Wohn – und Funktionsgebäuden. Wir wandern entlang einer langen Wand, die durchgängig mit einer buddhistischen oder hinduistischen Geschichte bemalt ist. Rote und blaue Götter, die sich gegenseitig bekämpfen, oder eher ihre Gefolgschaften sich bekämpfen lassen. Merkwürdig, aber beindruckend. Wir besuchen den Jade - Buddha in seinem Tempel, eingehüllt noch in sein Winterkostüm. Er hat eines für jede Jahreszeit, jeweils aus goldgewirkten Stoffen mit Unmengen von Edelsteinen. Armer Buddha, was hat das alles mit Erleuchtung zu tun? Vermutlich soviel wie Jesus mit dem Kölner Dom... Viel Prunk in einer ansonsten doch so armen Stadt. Eine angemessene Kleidung wird erwartet. Tausende Touristen scheinen hier tagtäglich durchzuströmen. Brütende Hitze & Unmengen Hobbyfotografen, die sich gegenseitig im Bild stehen.
Ich freue mich auf die Koh Phangan, das vorerst letzte Ziel unsere Reise. Ausspannen von all den Kilometern, Baden & Sonne tanken nach zirka 30 Monaten Entzug =)
Die billigste Alternative, verglichen sogar mit den meisten lokalen Verkehrsmitteln ist der VIP Bus mit Fährticket inklusive. Abgeschottet von dem „richtigen“ Thailand. Der Bus hält nur einmal an einer bestimmten Raststätte, der teuersten. Danke.
Am nächsten Morgen kommen wir in Surathani an, besteigen irgendwann auch endlich die Fähre und sind sehr froh, dass die Reiserei nun erst mal ein Ende hat. Wir sind echt reif für die Insel!
Nun ist Urlaub - Baden, Insel ansehen, Sonnenbaden, Lesen.... Herrlich, den Sorgen der zivilisierten Welt entronnen zu sein - nicht Anteil zu nehmen an den Mißständen, die ich nicht zu ändern vermag - SARS, Irak Krieg Nummer zwei - einerlei. Ich beschäftige mich mit mir selbst, lerne viele Leute aus aller Welt kennen, wandere, schwimme & schreibe doch kein Buch =). Tai Chi - chinesische Bewegungsmeditation in der aufgehenden Sonne. Die Wochen vergehen hier wie im Fluge. Leider klappt es nicht, wie erhofft Arbeit in Singapur zu finden...